Seirocrinus subangularis XL
60x110x3 cm Matrix, 97 cm Fossil, 35 cm crown; 75 kg
Holzmaden, Lias Epsilon I/2
Complete sea lily, large fanned crown with excellent detail and long stem, grown on driftwood. Inserted into a stable slate plate (Fleins). Professional steel mounting, ready for hanging. A museum item from an old collection, offered on behalf of the owner. Very aesthetic, eyecatcher!
Verkauft im Kundenauftrag.
Die koloniebildende Treibholz-Seelilie: Seirocrinus subangularis aus Holzmaden
Der Seirocrinus subangularis ist ein absolutes Prunkstück und eines der bekanntesten Fossilien aus der berühmten Posidonienschiefer-Formation (Unterjura, vor rund 180 Millionen Jahren) von Holzmaden. Entgegen ihrem Namen sind Seelilien keine Pflanzen, sondern faszinierende Meerestiere, die mit Seesternen und Seeigeln verwandt sind. Die Funde aus Holzmaden sind von unschätzbarem musealem Wert, oft als riesige Platten, die das „Schwäbische Medusenhaupt“ genannt werden.
Biologie und Lebensweise
Seirocrinus weist die typische Gliederung einer Seelilie auf: einen Stiel, der aus hunderten kleinen „Pokerchips“ (Stielgliedern) besteht, und eine Krone mit einem Kelch (Calyx) und zahlreichen Fangarmen. Die Tiere waren passive Filtrierer, die ihre feinen, fiederartigen Arme nutzten, um winzige Nahrungspartikel aus der Meeresströmung zu filtern.
Die herausragende Besonderheit von Seirocrinus war seine pseudoplanktische Lebensweise. Anders als die meisten Seelilien, die am Meeresboden verwurzelt waren, heftete sich Seirocrinus in großen Kolonien an Treibholzstämme an, die durch das Jurameer trieben. Auf diese Weise konnten sie Zonen mit stärkerer Strömung nutzen, um effizient Nahrung zu filtern. Exemplare wurden mit Stiellängen von über 15 Metern gefunden, während die Krone selbst „nur“ 20 bis 30 Zentimeter maß.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde
Die Fossilien aus dem feinkörnigen, sauerstoffarmen Schiefer von Holzmaden sind weltweit für ihre spektakuläre Erhaltung bekannt. Bei Seirocrinus subangularis sind oft nicht nur die robusten Stielglieder, sondern auch die filigranen, feinst verzweigten Arme perfekt erhalten. Die einzigartigen taphonomischen Bedingungen verhinderten die Zersetzung und ermöglichten die Konservierung im Detail, oft zusammen mit dem Original-Treibholz, an dem sie hingen, was extrem selten ist.
Funde von Seirocrinus-Platten bestechen durch ihre Ästhetik und zeigen oft Dutzende von Individuen, deren Arme parallel angeordnet blieben – ein Hinweis darauf, dass die Arme durch eine Art „Klettverschluss-Mechanismus“ zusammengehalten wurden, um sich nicht im Wasser zu verheddern. Die Fossilien sind zudem oft teilweise in goldfarbenes Pyrit umgewandelt, was ihnen einen besonderen ästhetischen Reiz verleiht.
Konservatlagerstätte Holzmaden: Ein Fenster in die Urzeit
Diese detailreiche Erhaltung ist dem einzigartigen Ablagerungsmilieu im Jurameer zu verdanken, das Seirocrinus zu einem „Fossil des Jahres“ (2018) machte. Ein Exemplar aus Holzmaden ist daher ein eindrucksvolles Dokument einer einzigartigen, schwebenden Lebensweise und ein exquisites Exponat für jede anspruchsvolle paläontologische Sammlung.




