Hypsocormus insignis
38x17x1.5 cm (matrix)
Holzmaden; Lias Epsilon II/4
Complete fish, very rare, spectacular preservation, all original, zero restauration, detailed teeth and scleral eye ring, on natural matrix, plate with wall-hanging mould. A very delicate piece of museum quality.
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Der High-Speed-Jäger des Jurameeres: Hypsocormus insignis aus Holzmaden
Der Hypsocormus insignis ist einer der fortschrittlichsten und dynamischsten Raubfische des frühen Jura. Er gehört zur ausgestorbenen Familie der Pachycormidae und besetzte vor etwa 180 Millionen Jahren eine ökologische Nische, die heute mit modernen Thunfischen oder Marlinen vergleichbar ist. Funde aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden zeigen diesen Fisch oft in einer Erhaltung, die seine Kraft und Schnelligkeit noch heute erahnen lässt.
Biologie und Lebensweise
Hypsocormus war ein reinrassiger Apex-Prädator des offenen Wassers. Sein Name (vom Griechischen „hypsi“ für „hoch“ und „kormos“ für „Stamm“) deutet auf seinen im Vergleich zu verwandten Arten etwas kompakteren, aber muskulösen Körperbau hin.
Sein gesamtes Skelett war auf maximale Effizienz im Wasser getrimmt: Die Brustflossen waren extrem lang und sichelförmig, was ihm eine hervorragende Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten verlieh. Besonders charakteristisch ist die homocerke (symmetrische) Schwanzflosse, die wie ein kraftvoller Außenbordmotor wirkte und blitzartige Angriffe ermöglichte.
Im Gegensatz zum Schalentierknacker Lepidotes war Hypsocormus ein spezialisierter Fischfresser. Sein Maul war mit zahlreichen langen, spitzen Fangzähnen bewehrt, die perfekt darauf ausgelegt waren, kleinere Fische oder Tintenfische im Flug zu packen. Seine großen Augenhöhlen belegen, dass er ein hoch entwickelter Sichtjäger war, der seine Beute auch in tieferen oder trüberen Gewässerzonen fixieren konnte.
Das Schuppenkleid und die Panzerung
Während Fische wie Dapedium auf eine schwere Rüstung setzten, war das Schuppenkleid des Hypsocormus stark reduziert. Er besaß zwar noch Schuppen, diese waren jedoch viel dünner und kleiner als die massiven Ganoidplatten seiner Zeitgenossen. Diese Reduktion des Gewichts und der Oberflächenreibung war der Schlüssel zu seiner überlegenen Manövrierfähigkeit und Endgeschwindigkeit.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde
Fossilien des Hypsocormus insignis aus Holzmaden sind aufgrund ihrer Seltenheit im Vergleich zu anderen Arten besonders geschätzt. Die feine Schiefermatrix konserviert oft Details wie die feinen Flossenstrahlen oder die scharfe Bezahnung in dunkler Pyrit-Erhaltung. Oft sind die Stücke so eingebettet, dass man die stromlinienförmige Silhouette des Tieres perfekt nachvollziehen kann.
Ein Hypsocormus ist ein spektakuläres Zeugnis für die evolutionäre Entwicklung hin zu modernen Raubfischen und bildet einen faszinierenden Kontrast zu den eher gepanzerten Bewohnern des Jurameeres.



