Die Mineral & Gem in Sainte-Marie-aux-Mines gilt neben der legendären Tucson Show als die bedeutendste Fossilien- und Mineralienmesse weltweit. Im Juni 2026 traf sich die internationale Sammlerszene wieder im elsässischen „Silbertal“. Fossiland war in diesem Jahr als Aussteller im exklusiven Pavillon Osmont vertreten. In diesem Messe-Rückblick berichten wir über besondere Herausforderungen, Trends im Fossilienmarkt und ein ganz besonderes Fossilien-Highlight, das einen neuen Besitzer gefunden hat.
In Sainte-Marie trifft sich die Welt der Sammler
Wer zum ersten Mal nach Sainte-Marie kommt, unterschätzt die Dimension leicht. Die Messe wurde 1963 gegründet und findet seither jedes Jahr im Juni statt. Aus einer lokalen Mineralienbörse im elsässischen Val d’Argent ist über die Jahrzehnte die wichtigste Veranstaltung ihrer Art in Europa geworden.
Die Zahlen sprechen für sich. Rund 1.000 Aussteller aus fast 60 Ländern reisen an, dazu kommen jedes Jahr um die 45.000 Besucher. Die ganze Stadt verwandelt sich dafür in eine Bühne: zwei Bereiche, die Zone MINERAL und die Zone GEM, erstrecken sich über insgesamt rund 52.000 Quadratmeter Innen- und Außenfläche. Seit einigen Jahren steht die Messe damit weltweit auf Rang zwei ihrer Kategorie – nur die Tucson Show in Arizona ist noch größer.
Bemerkenswert ist, wie das gelingt. Getragen wird das ganze Abenteuer von rund 850 Freiwilligen, die an den Toren, auf den Parkplätzen und an den Ständen helfen.
Ein fester Bestandteil jeder Ausgabe sind außerdem die großen Sonderausstellungen. Die Prestige-Schau 2026 trug den Titel „Shades of Iron“ und widmete sich dem Element Eisen – von seinen Ursprüngen in Sternen und Meteoriten bis zu seiner Rolle in der Menschheitsgeschichte. Es ist dieser Mix aus Handel, Wissenschaft und Kultur, der die Reise ins Silbertal lohnt.
Hitzerekord: Herausforderungen der Mineral & Gem 2026
Die 61. Ausgabe der Traditionsmesse verlangte Ausstellern und Veranstaltern einiges ab. Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen von teilweise über 40 Grad prägte die Messewoche in ganz Frankreich, der Eifeturm wurde vorübergehend für Besucher gesperrt. Aus Sicherheitsgründen musste auch die Messe zeitweise geschlossen werden.
Zusätzlich hinterließen weltpolitische Spannungen wie der Irankrieg ihre Spuren. Reisten in den Vorjahren noch zahlreiche Fachbesucher aus Asien an, fehlten dieses Jahr viele wichtige Einkäufer aus China – nicht zuletzt, weil ein Flugticket von Peking nach Paris zu dieser Zeit 3.000 Euro kostete.
Der Trend im Sammlermarkt: Gefragt sind „Investment Fossils“
Trotz der widrigen Umstände zeigte sich das anwesende internationale Fachpublikum kauffreudig. Dabei kristallisierte sich ein Markttrend glasklar heraus, der sich bereits in den letzten Jahren anbahnte: Der Fokus liegt auf High-End-Sammlerstücken, „Investment Fossils“. Gefragt waren vor allem ästhetisch ansprechende, qualitativ hochwertige Fossilien aus weltweit renommierten, klassischen Fundstellen wie Holzmaden und Solnhofen. In der oberen Preisklasse wächst langsam das Bewusstsein für exzellente Dokumentation mit Provenienz-Nachweis.
Nachdem bereits zur Messe 2025 Kontrollen des Zolls angesagt waren, waren auch dieses Jahr Ausfuhr-beschränkte Fossilien aus China, Mongolei, Brasilien und Argentinien nur noch selten sichtbar. Wirbeltiere aus Madagaskar waren stattdessen überraschenderweise immer noch häufig anzutreffen. Insgesamt setzt sich auch hier der Trend hin zu einem legalisierten Handel erfreulicherweise fort.
Das Fossiland-Highlight: Seltener Flugsaurier aus Solnhofen
Als einer von nur 20 ausgewählten Händlern im exklusiven Pavillon Osmont durfte Fossiland eines der absoluten Highlights der gesamten Messe präsentieren. Wir hatten den exklusiven Auftrag, einen vollständig erhaltenen (Langschwanz-) Flugsaurier Rhamphorhynchus longicaudus aus den berühmten Solnhofener Plattenkalken zu vermitteln. Dieses museale Prachtstück zog viele Blicke auf sich. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses seltene Fossil während der Messe erfolgreich vermitteln konnten.
Danke an allen Besucher, die der Hitze im Freien getrotzt und den Pavillont Osmont aufgesucht haben. Danke auch an die Organisatoren, die wieder hervorragende Arbeit geleistet und die besondere Atmosphäre der Messe gewahrt haben - wir haben es sehr genossen und freuen uns auf ein Wiedersehen in 2027!

