Pholidophorus bechei
33.5x20x3x1.5 cm (matrix)
Holzmaden; Lias Epsilon II/4
Complete, very rare fish, excellent preservation, all original, zero restauration, detailed teeth and scleral eye ring, on natural matrix, plate with wall-hanging mould. A museum quality piece for the serious collector. Offered nowhere else.
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Der Vorläufer der Moderne: Pholidophorus aus Holzmaden
Der Pholidophorus ist ein kleinerer, aber entwicklungsgeschichtlich höchst bedeutender Knochenfisch des frühen Jura. Er gilt als einer der frühesten Vertreter, die bereits viele Merkmale der modernen Echten Knochenfische (Teleostei) vorwegnahmen. In den fossilreichen Schichten von Holzmaden wird er oft in großen Individuenzahlen gefunden, was ihn als wichtigen Bestandteil der Nahrungskette des Jurameeres ausweist.
Biologie und Lebensweise
Ein klassischer Schwarmfisch. Mit seiner moderaten Größe von meist 10 bis 20 Zentimetern und seinem schlanken, spindelförmigen Körper war er perfekt an ein Leben im freien Wasser (Pelagial) angepasst.
Seine Biologie markiert einen Wendepunkt in der Evolution: Während viele seiner Zeitgenossen noch massiv gepanzert und eher schwerfällig waren, setzte Pholidophorus auf Leichtbau und Geschwindigkeit. Er besaß bereits ein weitgehend verknöchertes Skelett, was ihm eine höhere Stabilität bei gleichzeitig geringerem Gewicht verlieh. Als flinker Jäger ernährte er sich primär von Plankton und kleinen wirbellosen Tieren, während er selbst die Hauptbeute für größere Raubfische wie den Hypsocormus oder für Meersaurier darstellte.
Das Schuppenkleid: Glanz und Schutz
Obwohl er bereits moderne Züge trug, war er noch mit den für diese Epoche typischen Ganoidschuppen bedeckt.
- Struktur: Diese Schuppen waren dünner und leichter als die der massiven Lepidotes-Arten, aber immer noch mit einer glänzenden Schicht aus Ganoin überzogen.
- Erscheinungsbild: Im Fossil zeigen sie oft einen silbrigen bis bläulichen Schimmer. Die Schuppen sind in regelmäßigen Reihen angeordnet und verleihen dem Fisch eine fast textile Textur auf der Schieferplatte.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde
Durch die exzellente Erhaltung im Posidonienschiefer sind oft feinste Details sichtbar.
- Vollständigkeit: Häufig findet man komplette Schwärme auf einer Platte, was einen faszinierenden Einblick in das Sozialverhalten dieser Tiere bietet.
- Filigrane Strukturen: Die feinen Flossenstrahlen und die Kopfknochen sind oft so präzise erhalten, dass sie unter dem Mikroskop untersucht werden können.
Dieses Fossil ist weit mehr als nur ein „kleiner Fisch“ – er ist das lebendige Beispiel für den evolutionären Erfolg, der den Weg zu den über 30.000 heute existierenden Knochenfischarten ebnete. Ein Muss für jede Sammlung, welche die Evolution der Wirbeltiere dokumentiert.




