Bundenbach Zaphrentis primaera
4.5 cm (Fossil), 11×17 cm (Matrix)
Bundenbach; Grube Obereschenbach
Hornkoralle mit Stil auf ungebrochener Platte. mit exzellenten Details.
Zaphrentis primaeva – Die einsame „Hornkoralle“ des Hunsrückschiefers
Ein prachtvoller Solitär mit feiner Linienführung.
Vergessen Sie das dichte Netzwerk der Kolonie-Korallen. Zaphrentis primaeva ist eine Individualistin. Diese zu den Rugosa zählende Koralle wuchs als einzelner Polyp und schuf dabei eines der ikonischsten Skelette der Erdgeschichte: das „Steinhorn“. Ein Fossil, das durch seine schiere Plastizität und seine organische Ästhetik in jeder Vitrine eine dominante Rolle einnimmt.
Die markanten Merkmale – was Zaphrentis primaeva so besonders macht:
- Die markante Hornform: Das Skelett (Corallum) wächst kegel- oder hornförmig an. Diese Krümmung gibt dem Fossil eine elegante Richtungsdynamik, die im Schiefergestein oft wie ein eingefrorener Moment der Bewegung wirkt.
- Das filigrane Sternmuster (Septen): Ein Blick in das Innere des Kelches offenbart die wahre Schönheit: Zahlreiche radiale Trennwände (Septen) laufen sternförmig auf das Zentrum zu. Bei Zaphrentis sind diese Septen besonders scharf ausgeprägt und verleihen dem Fossil eine fast architektonische Detailtiefe.
- Runzlige Außenwand: Der Name der Gruppe „Rugosa“ leitet sich vom lateinischen rugosus (runzlig) ab. Die Außenseite von Zaphrentis zeigt charakteristische Wachstumsringe und Runzeln, die wie ein biologisches Archiv das Alter und die Lebensbedingungen des Polypen dokumentieren.
- Plastische Erhaltung: Im Hunsrückschiefer ist Zaphrentis oft dreidimensional erhalten. Wenn der Kelch mit hellem Kalzit oder glänzendem Pyrit ausgekleidet ist, entsteht ein spektakulärer Kontrast zur dunklen Matrix, der die innere Struktur der Koralle förmlich leuchten lässt.
Ein ausgestorbener Zweig der Erdgeschichte aus Bundenbach
Die rugosen Korallen wie Zaphrentis sind eine völlig ausgestorbene Gruppe, die am Ende des Perms von der Erde verschwand. Ein Exemplar der Art primaeva aus dem Unterdevon ist somit ein Zeitzeuge einer verlorenen Welt, deren Bauplan sich radikal von heutigen Steinkorallen unterscheidet.

