Bundenbach Taxocrinus stuertzii
12 cm (Fossil), 20×26 cm (Matrix)
Bundenbach; Grube Obereschenbach
Ästhetische Seelilie auf großer, ungebrochener Platte, detailreich.
Taxocrinus stuertzii – Der flexible Gigant des Hunsrückschiefers
Einzigartig in seiner Klasse: Ein Triumph der Evolution unter den Seelilien.
In einer Welt voller starrer Panzerungen ist diese Art eine Sensation. Als einziger prominenter Vertreter der Unterklasse der Flexibilia im Hunsrückschiefer sprengt er das gewohnte Bild devonischer Crinoiden. Wo andere auf starre Kelche setzten, entschied sich Taxocrinus für Flexibilität – eine Strategie, die ihn zu einem der faszinierendsten Sammlerobjekte überhaupt macht.
Die exklusiven Merkmale – was Taxocrinus stuertzii so besonders macht:
- Das Wunder der Flexibilität: Das bezeichnendste Merkmal ist die Verbindung zwischen Kelch und Armen. Anders als bei fast allen anderen Arten sind die unteren Armglieder hier nicht starr in den Kelch eingebaut. Sie blieben beweglich, was dem Fossil schon im Gestein eine unvergleichlich lebendige, organische Dynamik verleiht.
- Die „gekrümmte“ Krone: Die Arme dieser Gattung folgen einem beeindruckenden Bauplan: Sie gabeln sich insgesamt viermal dichotom. Nach der dritten Gabelung geschieht etwas Einzigartiges: Die Armenden werden auffallend dünn und krümmen sich schützend über den Kelch – ein elegantes Bild vollendeter Symmetrie.
- Purismus ohne Pinnulae: Im Gegensatz zu vielen anderen Crinoiden trägt dieses Tier keine Pinnulae (Seitenästchen). Dieser Verzicht auf „Füllmaterial“ lenkt den Fokus des Betrachters voll auf die kraftvolle, klare Struktur der Hauptarme.
- Ein Stiel von Weltformat: Auch die Dimensionen des Stiels sind rekordverdächtig. Er kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und ist außergewöhnlich kräftig gebaut. Ein besonderes Highlight für Spezialisten sind die mitunter langen, gegabelten Cirren (Halteanhänge), die dem Stiel zusätzliche Komplexität verleihen.
Ein Meilenstein für die Systematik aus Bundenbach
Wer die Vielfalt der Crinoiden dokumentieren will, kommt an Taxocrinus stuertzii nicht vorbei. Er repräsentiert einen völlig eigenständigen evolutionären Pfad. Seine weiche, flexible Bauweise führt dazu, dass er im Schiefer oft in besonders ästhetischen, fast „tänzerischen“ Posen überliefert ist.
Ein Stück für Bundenbach-Sammler, die das Besondere suchen. Seine Seltenheit als einziger Vertreter der Flexibilia und die schiere Größe seines Stiels machen ihn zu einem unangefochtenen Star. Ein Stück Erdgeschichte, das zeigt, dass Anpassungsfähigkeit schon vor 400 Millionen Jahren der Schlüssel zum Erfolg war.

