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Holzmaden Seirocrinus

1.750,00 

Seirocrinus subangularis aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden. Fossile Seelilienkolonie zu kaufen in Originalmatrix mit exzellenten Details - sehr delikat!

Seirocrinus subangularis38x17x1.5 cm

Holzmaden, Lias Epsilon I/2

Delikate Seelilienkolonie mit drei Exemplaren in perfekter Erhaltung. Stiel, Cirren und Pinnulae zeigen exzellenten Details.

Besonderheit: Originalmatrix, nicht umgebettet, kein Komposit. In dieser Qualität nur mehr schwer erhältlich. Eine Delikatesse!

 

Die koloniebildende Treibholz-Seelilie: Seirocrinus subangularis aus Holzmaden

Ein absolutes Prunkstück und eines der bekanntesten Fossilien aus der berühmten Posidonienschiefer-Formation (Unterjura, vor rund 180 Millionen Jahren) von Holzmaden. Entgegen ihrem Namen sind Seelilien keine Pflanzen, sondern faszinierende Meerestiere, die mit Seesternen und Seeigeln verwandt sind. Die Funde aus Holzmaden sind von unschätzbarem musealem Wert, oft als riesige Platten, die das „Schwäbische Medusenhaupt“ genannt werden.

Biologie und Lebensweise

Die Seelilie weist die typische Gliederung auf: einen Stiel, der aus hunderten kleinen „Pokerchips“ (Stielgliedern) besteht, und eine Krone mit einem Kelch (Calyx) und zahlreichen Fangarmen. Die Tiere waren passive Filtrierer, die ihre feinen, fiederartigen Arme nutzten, um winzige Nahrungspartikel aus der Meeresströmung zu filtern.

Die herausragende Besonderheit von dieser Gattung war ihre pseudoplanktische Lebensweise. Anders als die meisten Seelilien, die am Meeresboden verwurzelt waren, heftete sich das Tier in großen Kolonien an Treibholzstämme an, die durch das Jurameer trieben. Auf diese Weise konnten sie Zonen mit stärkerer Strömung nutzen, um effizient Nahrung zu filtern. Exemplare wurden mit Stiellängen von über 15 Metern gefunden, während die Krone selbst „nur“ 20 bis 30 Zentimeter maß.

Die Besonderheit der Holzmaden-Funde

Die Fossilien aus dem feinkörnigen, sauerstoffarmen Schiefer von Holzmaden sind weltweit für ihre spektakuläre Erhaltung bekannt. Bei dieser Gattung sind oft nicht nur die robusten Stielglieder, sondern auch die filigranen, feinst verzweigten Arme perfekt erhalten. Die einzigartigen taphonomischen Bedingungen verhinderten die Zersetzung und ermöglichten die Konservierung im Detail, oft zusammen mit dem Original-Treibholz, an dem sie hingen, was extrem selten ist.

Funde einzelner Segmente bestechen durch ihre Ästhetik und zeigen oft Dutzende von Individuen, deren Arme parallel angeordnet blieben – ein Hinweis darauf, dass die Arme durch eine Art „Klettverschluss-Mechanismus“ zusammengehalten wurden, um sich nicht im Wasser zu verheddern. Die Fossilien sind zudem oft teilweise in goldfarbenes Pyrit umgewandelt, was ihnen einen besonderen ästhetischen Reiz verleiht.

Konservatlagerstätte Holzmaden: Ein Fenster in die Urzeit

Diese detailreiche Erhaltung ist dem einzigartigen Ablagerungsmilieu im Jurameer zu verdanken, das Seirocrinus zu einem „Fossil des Jahres“ (2018) machte. Ein Exemplar aus Holzmaden ist daher ein eindrucksvolles Dokument einer einzigartigen, schwebenden Lebensweise und ein exquisites Exponat für jede anspruchsvolle paläontologische Sammlung.

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