Phragmoteuthis conocauda
35×20 cm
Holzmaden; Lias Epsilon II/1 (Koblenzer)
Very rare specimen in mint condition with exzellent details - a unique piece of museum quality.
Offered on behalf of the owner.
Verkauft im Kundenauftrag.
Der Ur-Tintenfisch des Jurameeres: Phragmoteuthis aus Holzmaden
Phragmoteuthis ist ein faszinierender Vertreter der ausgestorbenen Belemnoidea und nimmt eine Schlüsselrolle in der Evolution der Kopffüßer ein. Während die meisten Menschen bei Jura-Fossilien an Fische denken, war Phragmoteuthis vor rund 180 Millionen Jahren einer der erfolgreichsten Jäger im Mittelwasser des Jurameeres. Funde aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden sind weltweit einzigartig, da sie weit mehr als nur das Skelett zeigen.
Biologie und Lebensweise
Phragmoteuthis war ein tintenfischähnlicher Cephalopode, der äußerlich stark an moderne Kalmare erinnerte. Sein Körper war perfekt an eine schwimmende Lebensweise angepasst. Im Inneren besaß er einen kegelförmigen, gekammerten Gehäuseteil, den sogenannten Phragmokon, der dem Tier als Auftriebsorgan diente. So konnte er im Wasser schweben und mit wenig Energieaufwand durch das Becken manövrieren.
An der Vorderseite des Kopfes besaß Phragmoteuthis einen Kranz aus Fangarmen. Diese waren jedoch nicht mit Saugnäpfen bestückt, sondern mit zahlreichen kleinen, chitinösen Häkchen. Mit diesen Greifwerkzeugen konnte er kleine Fische oder Krebstiere sicher fixieren. Wie seine modernen Verwandten verfügte er über einen Tintenbeutel, den er bei Gefahr entleerte, um im Schutz einer dunklen Wolke vor Prädatoren wie dem Hypsocormus zu flüchten.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde: Weichteilerhaltung
Normalerweise bleiben von Tintenfischen nur die harten Innenskelette (Belemnitenroste) übrig. Die anoxischen Bedingungen am Grund des Jurameeres in Holzmaden erlaubten jedoch eine Sensation der Konservierung:
- Der Tintenbeutel: Bei vielen Stücken ist der Tintenbeutel noch als tiefschwarzer, fossiler Farbstoff erhalten. Manchmal lässt sich die Ur-Tinte sogar noch heute mit Wasser anlösen.
- Arme und Häkchen: Oft sind die feinen Fanghaken in ihrer ursprünglichen Anordnung sichtbar, was einen direkten Einblick in die Jagdstrategie des Tieres gibt.
- Muskelkonturen: In seltenen Fällen sind die Umrisse des Mantels als feine organische Filme auf dem Stein erkennbar, was dem Fossil eine fast dreidimensionale Präsenz verleiht.
Einzigartiges Sammlerstück
Ein Exemplar von Phragmoteuthis ist kein „steinernes“ Fossil im klassischen Sinne, sondern ein filigranes Dokument biologischer Weichteile. Es repräsentiert die weniger gepanzerte, hochintelligente Seite der jurassischen Meeresfauna und ist ein unverzichtbares Exponat für jede Sammlung, die die biologische Vielfalt von Holzmaden vollständig abbilden möchte.




