Pentacrinus dichotomus
50x50x4 cm, 7.2 kg,
Sinemurium, Black Ven Marls, Lyme Regis, England
Crinoid colony with over 12 perfectly preserved individuals.
A spectacular old find from about 50 years ago, finds of this type have not been made since then. Comparable pieces can be found in numerous museums.
Pentacrinites of this locality is of a similar age as Holzmaden, the deposit environment and the pseudoplanktonic way of life are also identical.
Pieces of this size are inevitably always recovered in several parts and must be put together professionally. There was no need for any additions (no composite), the back was stabilized by attaching two hooks for wall mounting. An extremely rare piece of museum quality.
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Die „Blume“ des Jurameeres: Pentacrinites dichotomus aus Holzmaden
Obwohl ihr Name und ihr Aussehen an eine Pflanze erinnern, ist Pentacrinites dichotomus ein faszinierendes Tier aus der Gruppe der Stachelhäuter (Echinodermata), verwandt mit Seeigeln und Seesternen. Die Funde aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden gehören zu den spektakulärsten Fossilien weltweit, da sie oft riesige, filigrane Kolonien bilden, die wie ein versteinerter Garten wirken.
Biologie und Lebensweise
Pentacrinites gehört zur Klasse der Seelilien (Crinoidea). Anders als viele ihrer am Boden festgewachsenen Verwandten führte Pentacrinites dichotomus eine pseudoplanktonische Lebensweise. Die Tiere hefteten sich mit ihrem langen, flexiblen Stiel an treibende Baumstämme (Treibholz), die im Jurameer drifteten. So reisten sie als Passagiere durch den Ozean und fischten mit ihren farnartigen Armen Plankton aus der Strömung.
Der Name „dichotomus“ bezieht sich auf die mehrfache, gabelartige Teilung der Arme. Diese Armkrone fungierte als hocheffizienter Filtrationsapparat. Durch die Befestigung an Treibholz umgingen sie die oft sauerstoffarmen Bedingungen am Meeresgrund und profitierten von den nährstoffreichen Oberflächenströmungen.
Anatomie und Struktur
Das Skelett der Pentacriniten besteht aus Tausenden einzelner Kalkglieder, den sogenannten Trochiten.
- Der Stiel: Er hat im Querschnitt eine charakteristische fünfstrahlige Sternform, die namensgebend für die Gattung war (penta = fünf).
- Die Krone: Die Krone besteht aus zahllosen feinen Fiedern (Pinnulae), die im Fossil oft wie zarte Federn wirken. Diese enorme Oberflächenvergrößerung erlaubte es dem Tier, selbst kleinste Nahrungspartikel aus dem Wasser zu sieben.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde
Die Erhaltung von Pentacriniten in Holzmaden ist eine paläontologische Sensation. Da die Tiere beim Sinken des Treibholzes oft schlagartig in den anoxischen Schlamm eingebettet wurden, blieben die filigranen Armkronen in ihrer vollen Pracht erhalten.
- Goldener Glanz: Besonders begehrt sind Exemplare, bei denen die Kalkglieder durch Pyrit (Katzengold) ersetzt wurden. Diese leuchten golden auf dem dunklen Schieferuntergrund.
- Kolonien: Oft findet man ganze „Rasen“ dieser Tiere auf einer Platte, was die einstige Pracht des treibenden Ökosystems dokumentiert.
Ein Exemplar von Pentacrinites dichotomus ist ein Meisterwerk der Natur – ein hochkomplexes Skelett von unvergleichlicher Symmetrie und Eleganz, das jede anspruchsvolle Sammlung um eine fast künstlerische Komponente bereichert.


