Diademopsis crinifera
29×22 cm
Holzmaden; Lias Epsilon I/2
(occurrence limited to a single horizon)
Delicate, unbroken plate, with a spectacular assemblage of approx. 50 sea urchins, completely preserved, with spiky trimmings - a unique piece of museum quality.
Der Stachelritter des Meeresgrundes: Diademopsis aus Holzmaden
Ein eleganter Vertreter der regulären Seeigel, der vor etwa 180 Millionen Jahren die schlammigen Böden des Jurameeres besiedelte. Während die großen Wirbeltiere von Holzmaden oft durch ihre schiere Größe beeindrucken, besticht ein diese Gattung durch seine geometrische Präzision und die feine Ästhetik seines Skelettaufbaus. Funde aus dem Posidonienschiefer sind aufgrund der Zerbrechlichkeit dieser Organismen besonders wertvolle Zeugnisse der benthischen (bodenbewohnenden) Fauna.
Biologie und Lebensweise
Dieser seltene Seeigel gehört zur Gruppe der Euechinoidea und zeichnet sich durch ein radialsymmetrisches Gehäuse aus. Sein Körper bestand aus einer festen Kalkschale (Corona), die aus fünf doppelten Reihen von Porenplatten und dazwischenliegenden Interambulakralplatten zusammengesetzt war.
Wie moderne Seeigel bewegte sich das Tier mithilfe seiner beweglichen Stacheln und winziger Saugfüßchen über das Substrat. Die Stacheln saßen auf kleinen Gelenkhöckern (Tuberkeln) und dienten sowohl der Fortbewegung als auch dem Schutz vor Fressfeinden wie dem Dapedium. An der Unterseite des Gehäuses befand sich der komplexe Kieferapparat, die sogenannte Laterne des Aristoteles, mit der er Algen und organische Partikel vom Meeresgrund abweidete.
Die Besonderheit der Holzmaden-Funde
Seeigel-Fossilien sind in den Schiefern von Holzmaden eine Besonderheit. Da das Gehäuse eines Seeigels nach dem Tod des Tieres meist schnell in seine Einzelplatten zerfällt, sind zusammenhängende Funde extrem selten.
- Stachel-Erhaltung: Bei besonders glücklichen Fundumständen sind die Stacheln noch direkt am Gehäuse liegend erhalten, was dem Fossil ein strahlenförmiges, fast sonnenähnliches Aussehen verleiht.
- Pyritisierung: Oft ist das Kalkgehäuse durch den Prozess der Pyritisierung ersetzt worden, wodurch der Seeigel wie ein goldenes Schmuckstück aus der tiefschwarzen Schieferplatte hervortritt.
Einzigartiges Sammlerstück
Diese Zusammenschwemmung von Seeigeln dokumentiert einzigartig das Leben am Meeresgrund unter den schwierigen, oft sauerstoffarmen Bedingungen des Jura-Beckens und ist ein exquisites Detail in jeder Sammlung, das den Blick für die filigranen Wunder der Urzeit schärft.




