, ,

Bundenbach Orthoceras + Favosites

175,00 

Orthoceras mit Favosites Bewuchs aus dem Devon von Bundenbach (Hunsrückschiefer), auf großer ungebrochener Platte, sehr detailreiches Sammlerstück.

Bundenbach Orthoceras + Favosites

20 cm (Fossil), 22×27 cm (matrix)
Bundenbach; Grube Obereschenbach

Orthoceras mit Favosites Bewuchs, auf ungebrochener Platte.

 

Orthoceras – Der „Pfeil“ des Hunsrückschiefers

Ein Kopffüßer mit stromlinienförmige Ästhetik.

Lange bevor die Ammoniten ihre Gehäuse zu Spiralen rollten, beherrschten die Orthoceraten als „Geradhörner“ das freie Wasser. Diese frühen Verwandten der heutigen Tintenfische waren die unangefochtenen Jäger des Pelagials. Ein Orthoceras im Hunsrückschiefer ist mehr als nur ein Fossil – es ist ein Symbol für Geschwindigkeit und die frühe Beherrschung des Auftriebs in den Ozeanen des Devons.

 

Die markanten Merkmale von Orthoceras:

  • Die pfeilgerade Form: Das Gehäuse (die Orthocone) ist langgestreckt und läuft spitz zu. Diese aerodynamische Form erlaubte es dem Tier, mit Rückstoßantrieb blitzschnell durch das Wasser zu schießen. Auf der Schieferplatte bildet diese Linie einen spektakulären grafischen Kontrast zu den verzweigten Formen der Seelilien.
  • Die innere Architektur (Kammerung): Das Gehäuse ist im Inneren durch Querwände (Septen) in zahlreiche Kammern unterteilt. Bei vielen Bundenbach-Funden sind diese Kammern durch goldglänzenden Pyrit oder hellen Kalzit ersetzt, was das „Skelett“ des Auftriebssystems brillant sichtbar macht.
  • Der Siphonal-Kanal: In der Mitte der Septen lässt sich oft der Sipho erkennen – jene „Leitung“, mit der das Tier den Gasgehalt in den Kammern regulierte, um wie ein U-Boot im Wasser zu schweben.
  • Weichteil-Sensationen: Das absolute Highlight im Hunsrückschiefer! In seltenen Ausnahmefällen sind bei Orthoceras Schatten der Fangarm-Ansätze oder des Tintenbeutels erhalten, was diese Stücke zu weltweiten Raritäten der Weichteilkonservierung macht.

Ein Jäger von Weltformat aus Bundenbach

Orthoceraten waren weltweit verbreitet, doch die Erhaltung im rheinischen Schiefer verleiht ihnen eine besondere Plastizität. Während Exemplare aus Marokko oft Massenware sind, bestechen Bundenbach-Stücke durch ihre feine, oft metallische Oberflächenstruktur und die Einbettung in die tiefschwarze Matrix.

Favosites – Die goldene Honigwabe des Hunsrückschiefers

Architektur der Natur: Korallen mit hexagonaler Symmetrie

Wenn man von der Strukturkraft des Devons spricht, führt kein Weg an Favosites vorbei. Diese Tabulaten-Koralle ist ein Meisterwerk der biologischen Geometrie. In einer Zeit, in der riesige Riffe die tropischen Meere dominierten, war Favosites einer der wichtigsten Baumeister. Ein Stück dieser Koralle im Hunsrückschiefer ist wie ein erstarrter Blick in eine hochgradig organisierte Kolonie von vor 400 Millionen Jahren.

 

Die markanten Merkmale von Favosites:

  • Die Honigwaben-Struktur: Das namensgebende Merkmal ist die Anordnung der einzelnen Korallenkelche (Corallite). Diese sind so eng aneinandergepresst, dass sie eine perfekte, hexagonale (sechseckige) Form annehmen – exakt wie die Waben in einem Bienenstock.
  • Die inneren Werte (Tabulae): Im Längsschnitt zeigen die Röhren charakteristische Querböden (Tabulae), die der Gruppe ihren Namen gaben. Diese Etagenstruktur verlieh der gesamten Kolonie eine enorme mechanische Stabilität gegenüber der Brandung.
  • Poren für die Gemeinschaft: Bei exzellenter Erhaltung lassen sich in den Wänden der Kelche winzige Verbindungsporen (Muralporen) erkennen. Über diese Kanäle standen die einzelnen Polypen in Kontakt – ein frühes Beispiel für ein vernetztes Superorganismus-System.
  • Kontrastreiche Präsenz: Im dunklen Bundenbach-Schiefer tritt Favosites oft in einer wunderbaren Dreidimensionalität hervor. Da die Hohlräume häufig mit Kalzit oder Pyrit verfüllt wurden, glänzt die „Honigwabe“ oft golden oder weiß auf dem schwarzen Grund.

Ein Zeugnis der Riff-Giganten aus Bundenbach

Favosites ist ein Symbol für die Blütezeit der devonischen Riffe. Während die meisten Exemplare als massive Stöcke vorkommen, sind die Funde im Hunsrückschiefer oft besonders wertvoll, da sie die feine Mikrostruktur der Wandungen und Poren unter den speziellen Konservierungsbedingungen des Schiefers außergewöhnlich scharf konserviert haben.

Nach oben scrollen