Bundenbach Imitatocrinus gracilior + Eospondylus primigenius
16×32 cm (Matrix)
Bundenbach; Grube Obereschenbach
Multiplatte mit perfekt erhaltenen Seelilien Imitatocrinus und einem sich darin verfangenen Schlangenstern Eospondylus, auf ungebrochener Platte. Einmalige Gelegenheit.
reserviert
Imitatocrinus gracilior – Der „Nachahmer“ mit Charakter aus Bundenbach
Subtile Eleganz trifft auf robuste Details: Die feinen Unterschiede zählen.
Der Name ist Programm, doch lassen Sie sich nicht täuschen: Imitatocrinus gracilior ist weit mehr als nur ein „Nachahmer“. Er ist der kräftige Gegenspieler zum klassischen Hapalocrinus und besticht durch eine ganz eigene, markante Ästhetik. Wer die feinen Nuancen der devonischen Seelilien liebt, wird von der Geometrie dieses Fossils begeistert sein.
Entscheidenden Details – woran man den „echten“ Imitatocrinus erkennt:
- Die Zickzack-Krone: Das spektakulärste Merkmal zeigt sich in den Spitzen: Während andere Arten oft sanfte Kurven bilden, sind die Arme von dieser Art besonders in den Endbereichen charakteristisch zickzackförmig gebogen. Dieses geometrische Muster verleiht der Krone eine unverwechselbare, fast rhythmische Dynamik.
- Kräftige Statur: Im direkten Vergleich wirkt diese Gattung deutlich robuster. Sowohl die Arme als auch die Stacheln sind kräftiger gebaut als bei seinen Verwandten. Das gibt dem Fossil eine präsente, physisch greifbare Struktur auf der Schieferplatte.
- Stachelbewehrter Stiel: Ein echtes Highlight für Präparatoren! Während die Radialplatten des Kelches – anders als bei Hapalocrinus – völlig glatt bleiben, trägt dieses Tier seinen Schmuck am Stiel. Besonders im kelchnahen Abschnitt finden sich oft kräftige Stacheln, die je nach Qualität der Freilegung wunderbar plastisch hervortreten.
- Der clevere Kelch: Für Kenner ist das Fehlen von Stacheln direkt auf den Radialplatten das sicherste Bestimmungsmerkmal. Hier zeigt sich die klare, ungestörte Form des Kelchkörpers, die einen spannenden Kontrast zum „bewaffneten“ Stiel bildet.
Ein Juwel für die systematische Hunsrück-Sammlung
In einer gut sortierten Bundenbach-Sammlung bildet Imitatocrinus gracilior das perfekte Pendant zu Hapalocrinus. Er ist das ideale Beispiel dafür, wie die Natur auf ein ähnliches Design setzte, es aber im Detail völlig neu interpretierte.
Eospondylus primigenius – Die seltene Kostbarkeit aus Bundenbach
Ein filigranes Juwel für Kenner der devonischen Schlangensterne.
Während Arten wie Furcaster die Klassiker des Hunsrückschiefers sind, stellt Eospondylus primigenius eine echte Besonderheit dar. Er ist eng mit der Gattung Furcaster verwandt – was man an den charakteristisch zu Wirbeln verschmolzenen Ambulakralplatten erkennt –, doch in der Fundhäufigkeit ist er deutlich seltener. In hervorragender Erhaltung ist diese Gattung daher oft das Ziel passionierter Spezialisten.
Die feinen Details – Anatomie der Extraklasse:
- Charakteristische Körperscheibe: Der auffälligste Unterschied zu seinen Verwandten liegt in der runden Scheibe. Diese schließt lediglich zwei Armwirbel ein und ist mit winzigen, dachziegelartig angeordneten Plättchen bedeckt – eine Struktur, die dem Fossil eine fast schuppige, sehr edle Textur verleiht.
- Stiefel und Sicheln: Unter dem Mikroskop offenbart sich die wahre Meisterschaft der Natur: Die Wirbelhälften der Arme sind markant stiefelförmig ausgebildet, während die Seitenschilde eine elegante Sichelform aufweisen.
- Das Prunkstück: Die Bestachelung: Das absolute Highlight ist jedoch sein Stachelbesatz. Bei exzellenter Erhaltung und einer meisterhaften Präparation zeigen sich außergewöhnlich lange Stacheln, die dem Tier eine fast strahlende Aura auf der dunklen Schieferplatte verleihen.
- Klassische Merkmale: Wie bei allen echten Ophiuroidea (Schlangensternen) liegt auch hier die Madroporenplatte auf der Unterseite (oral) – ein wichtiges Detail für die wissenschaftliche Einordnung.
Warum ein Eospondylus in jede Hunsrück-Sammlung gehört:
Durch seine mäßig langen Arme wirkt dieser Schlangenstern sehr kompakt und harmonisch. Er ist nicht so ausladend wie ein Furcaster decheni, besticht aber durch eine wesentlich höhere Seltenheit und die einzigartige Plättchenstruktur seiner Scheibe.
Qualität und Präparation
Da die langen Stacheln und die zarten Scheibenplättchen äußerst fragil sind, erfordert diese Gattung höchste Präzision bei der Freilegung. Ein Stück, bei dem die „Sichelschilde“ und der volle Stachelkranz sichtbar sind, stellt eine bedeutende Bereicherung für jede Dokumentation des rheinischen Unterdevons dar.

